Definition und Pathophysiologie

Lokalisierte Schädigung der Haut durch Druck und Scherkräfte

PREVENTION FIRST: 95% aller Dekubitalulzera sind durch konsequente Prävention vermeidbar!

Ein Dekubitus (Druckgeschwür) ist eine lokalisierte Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes, die typischerweise über knöchernen Vorsprüngen infolge von Druck oder Druck in Kombination mit Scherkräften entsteht. Dekubitalulzera sind ein häufiges, aber weitgehend vermeidbares Problem bei bettlägerigen und immobilen Patienten.

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Stadium I

Nicht wegdrückbare Rötung
Intakte Haut
Reversibel bei Druckentlastung

Präventiv behandelbar
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Stadium II

Oberflächliche Hautschädigung
Epidermis/Dermis betroffen
Blase oder oberflächliches Ulkus

Konservative Therapie
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Stadium III

Vollständiger Hautverlust
Unterhautgewebe geschädigt
Tiefe Wundhöhle

Spezialisierte Versorgung
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Stadium IV

Vollständiger Gewebeverlust
Knochen-/Sehnenexposition
Oft operative Sanierung nötig

Chirurgische Behandlung

Hauptrisikofaktoren für Dekubitus-Entwicklung

Systematische Risikoerfassung mit validierten Skalen (Braden, Norton)

Intrinsische Faktoren:

Immobilität/Bettlägerigkeit Inkontinenz/Feuchtigkeit Sensibilitätsstörungen Mangelernährung Hohes Alter >70 Jahre Multimorbidität

Evidenzbasierte Dekubitus-Prävention

Mit strukturierter Prophylaxe bis zu 95% aller Dekubitalulzera verhindern

PRÄVENTIONS-ERFOLG: Mit strukturierter Prophylaxe können bis zu 95% aller Dekubitalulzera verhindert werden
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Professionelle Druckentlastung

30-Grad-Lagerung (keine 90-Grad-Seitenlage), Lagerungswechsel alle 2-4h individuell, Wechseldruckmatratzen bei Hochrisikopatienten, Mikro-Lagerung mit Anti-Dekubitus-Hilfsmitteln, Fersenschutz durch Lagerung in Vakuumkissen.

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Strukturierte Hautpflege

2x tägliche Hautinspektion mit Dokumentation, pH-neutrale Reinigung (pH 5,5), Hautschutz bei Inkontinenz (Zinkoxid), Feuchtigkeitsregulierung ohne Okklusion, Finger-Test bei Rötungen (Wegdrückbarkeit).

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Stadiengerechte Wundversorgung

Stadium I: Transparenter Folienverband, Stadium II: Hydrokolloid-Verbände, Stadium III: VAC-Therapie, Alginate, Stadium IV: Chirurgische Sanierung, Antiseptika nur bei kritischer Kolonisation.

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Ernährungs-Assessment

Protein: 1,25-1,5g/kg Körpergewicht, Kalorien: 30-35 kcal/kg bei Älteren, Flüssigkeit: 30-35ml/kg Körpergewicht, Vitamin C, Zink-Supplementation, Regelmäßiges Gewichts-Monitoring.

Risikobewertung mit validierten Skalen

Systematische Erfassung und Dokumentation des Dekubitusrisikos

Assessment-Skala Parameter Risiko-Grenzwerte Kipka Homecare Maßnahmen
Braden-Skala Sensorik, Feuchtigkeit, Aktivität, Mobilität, Ernährung, Reibung ≤18 Punkte: Risiko
≤12 Punkte: Hohes Risiko
Individueller Prophylaxe-Plan
Norton-Skala Körperlicher Zustand, Geistiger Zustand, Aktivität, Mobilität, Inkontinenz ≤14 Punkte: Dekubitus-Risiko Strukturierte Pflegeplanung
Waterlow-Skala Gewicht, Kontinenz, Hauttyp, Mobilität, Geschlecht, Alter ≥10 Punkte: Risiko
≥20 Punkte: Hohes Risiko
Risiko-adaptierte Hilfsmittel

Moderne Dekubitus-Therapie

Multidisziplinärer Ansatz mit konsequenter Druckentlastung

Die Behandlung von Dekubitalulzera erfordert einen multidisziplinären Ansatz mit konsequenter Druckentlastung und evidenzbasierter Wundversorgung. Kipka Homecare bietet stadiengerechte Therapiekonzepte für optimale Heilungsergebnisse.

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🛡️ Primäre Druckentlastung

Vollständige und kontinuierliche Druckbefreiung der betroffenen Stelle durch optimierte Lagerung und Hilfsmittel

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💧 Atraumatische Wundreinigung

Schonende Spülung mit körperwarmer physiologischer Kochsalzlösung (0,9% NaCl) – keine Antiseptika bei unkomplizierter Wundheilung

3

✂️ Stadiengerechtes Débridement

Mechanisches, enzymatisches oder autolytisches Débridement zur Entfernung nekrotischen Gewebes

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🩹 Feuchte Wundbehandlung

Stadiengerechte Auswahl: Transparentfolien (Stadium I), Hydrokolloide (Stadium II), VAC-Therapie (Stadium III/IV)

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📊 Kontinuierliche Evaluation

Regelmäßiges Assessment, fotografische Dokumentation und Anpassung des Behandlungsplans

MODERNE THERAPIEN: VAC-Therapie, Kaltplasmatherapie und antimikrobielle Wundauflagen für komplexe Fälle verfügbar

Wann Sie Kipka Homecare kontaktieren sollten

Frühzeitige Intervention ist der Schlüssel zum Erfolg

Prävention

Bei Risikopatienten

Risikoassessment & Beratung

Stadium I

Erste Rötungen

Sofortige Druckentlastung

Stadium II-IV

Manifeste Wunden

Spezialisierte Versorgung

Schulung

Angehörige

Häusliche Pflege-Techniken
WICHTIGE WARNSIGNALE: Nicht wegdrückbare Hautrötung, warme/kühle Haut, Verhärtungen oder Schmerzen sind Alarmsignale für beginnenden Dekubitus

Sofort-Beratung

Bei ersten Rötungen: Finger-Test zur Überprüfung der Wegdrückbarkeit – wenn Rötung nach Druckentlastung bestehen bleibt

Präventions-Assessment

Für Risikopatienten: Strukturierte Risikoeinschätzung mit Braden-, Norton- oder Waterlow-Skala

Professionelle Wundbeurteilung

Bei manifesten Wunden: Stadien-Klassifikation, fotografische Dokumentation, Behandlungsplanung

🛡️ Präventions-Philosophie von Kipka Homecare

Unsere Erfahrung zeigt: 95% aller Dekubitalulzera sind durch strukturierte Prävention vermeidbar. Wir setzen auf evidenzbasierte Prophylaxe-Konzepte, regelmäßige Assessments und die Schulung aller Beteiligten. Eine frühzeitige und konsequente Prävention ist immer kostengünstiger und patientenfreundlicher als die Behandlung manifester Wunden:

🎯 Präventions-Expertise

  • Strukturierte Risikoanalyse
  • Individuelle Prophylaxe-Pläne
  • Hilfsmittel-Beratung

🩺 Spezialisierte Behandlung

  • Stadiengerechte Wundversorgung
  • VAC-Therapie und moderne Auflagen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit